Mit diesem ersten Beitrag möchte ich dich auf den aktuellen Stand der Dinge bringen und ein Thema ansprechen, das mich seit einiger Zeit fest im Griff hat.
Dieses Jahr habe ich mich bislang beinahe ausschließlich mit den Korrekturen zu Band 2 und 3 von Schwert und Schild befasst. Vor allem Band 3 hat sich als überarbeitungswürdiger herausgestellt, als ich in Erinnerung hatte, sodass ich alles bis auf das Grundgerüst niedergerissen und gut zwei Drittel des Buches neu geschrieben habe, obwohl mir die letzten drei Kapitel noch bevorstehen, die zu schreiben ich mir bis zum Ende des Jahres vorgenommen habe. Band 2 dagegen bedurfte vergleichsweise weniger Aufwand, doch auch darin gab es hier und da etwas umzuschreiben. Mittlerweile befinde ich mich damit auf einem guten Weg in Richtung Veröffentlichung, die jedoch erst im nächsten Jahr stattfinden wird. Genauere Infos dazu folgen noch. Zwischenzeitlich rauchte mir jedoch so der Kopf und hatte ich einfach keine Lust mehr auf diese Geschichte, dass ich den Sommer mit meinem nächsten Projekt zugebracht habe, das bereits geschrieben ist, nun jedoch korrigiert werden muss. Welche Erleichterung und Freude diese Abwechslung war, vermag ich nicht zu beschreiben, auch wenn es eine Höllenarbeit war, da ich noch kaum Arbeiten an dem Geschriebenen vorgenommen habe. Nichtsdestotrotz war sich mit anderen Charakteren, Schauplätzen und Geschehnissen zu befassen wie ein Aufatmen, nach dem ich mich zugegebenermaßen sehne, denn ich hänge schon viel zu lange an der „Schwert und Schild“-Trilogie fest. Zu dieser bin ich nach der Korrektur meines anderen Projektes wieder zurückgekehrt und habe mich an Band 2 gesetzt, ehe ich mich neuerlich Band 1 zugewendet habe, um für eine Neuauflage Fehler auszubessern. Dies gesagt, komme ich nun zum oben angekündigten Thema.
Zunächst einmal muss ich offen gestehen, dass ich entsetzt bin. Ehe ich mit der Arbeit begann, ging ich davon aus, dass es bis auf Grammatikfehler, Wortersetzungen und gelegentliche Satzumstellungen nicht viel zu tun gäbe, doch fand ich bereits beim Lesen des ersten Kapitels totales Chaos vor, das mich nicht nur mit Scham erfüllt und mich stresst, sondern ebenso mit Schuldgefühlen überhäuft. Erschreckenderweise fand ich derart viele Fehler (ein Wort, das ich in den sozialen Medien nie zu schreiben wagen würde, doch weshalb sollte man diese Seite nicht ebenso thematisieren dürfen?) vor, dass es mich dazu gedrängt hat, die bereits verkauften Exemplare zurückzufordern, was bedauerlicherweise aber nicht mehr möglich ist. Zeitgleich versuche ich, mich damit zu beschwichtigen, dass die Situation nun einmal so ist, wie sie ist, und mich dazu anzuhalten, nach vorne zu blicken und zu tun, was in meinem Möglichkeitsbereich liegt. Bedeutet: Die Fehler zu korrigieren und es zukünftig besser zu machen. Im Zuge dessen habe ich mich daher auch dazu entschlossen, eine komplette Überarbeitung des Textes vorzunehmen, wodurch sich Änderungen ergeben haben und ich andere Dinge hinzugefügt habe. Diese bewegen sich allerdings in einem solchen Bereich, dass es keine inhaltlichen Veränderungen zur Folge hat und lediglich zur Verbesserung des Leseerlebnisses beiträgt.
Obgleich ich in dieser Hinsicht entschlossen bin und meinen Blick nach vorne richte, überfallen mich regelmäßig Momente der Scham und Enttäuschung, die mir das Voranschreiten zu erschweren versuchen. Zudem hilft es mir nicht, dass der zweite Teil sich besser liest als der erste, obwohl er noch in Bearbeitung ist. Doch habe ich durch dieses peinliche und ärgerliche Ereignis etwas für mich festgestellt, das ich auf meinem zukünftigen Weg mit mir nehmen werde. Während des Lesens von Band 1 habe ich klar erkannt, dass ich mich beim Korrigieren des Textes von meinen Unsicherheiten leiten und von allen Seiten mit Rat- und Vorschlägen verwirren lassen habe. Teilweise erkannte ich mich/meine Schreibweise in meinem eigenen Werk nicht wieder, was mich zum Nachdenken gebracht und mir vor Augen geführt hat, dass ich mich im Zweifelsfall besser auf mein Bauchgefühl verlasse, als mich darauf zu versteifen, wie es die anderen machen und was mir gesagt wird.
Mehr noch, als dass ich mit meiner Leistung enttäuscht habe, bin ich jedoch von mir selbst enttäuscht und bedauere es, nicht das abgeliefert zu haben, was ich gewollt habe. Auf der anderen Seite denke ich mir oft, dass Erstlingsromane dafür da sind, jeden erdenklichen Fehler zu machen und sich mit dem Prozedere vertraut zu machen (bezogen auf den Eigenverlag). Natürlicherweise sind mir bei meiner ersten Veröffentlichung zahllose Fehler unterlaufen, zugleich habe ich durch diese so viel gelernt und mitgenommen und weiß nun, worauf ich bei meinem zweiten Buch achten muss. Selbstverständlich kann man sich auf YouTube oder Instagram haufenweise Tutorials ansehen und Tipps lesen, wie man sich auch bei Selfpublishing-Anbietern und auf Blogs informieren kann. Nichts davon lässt sich jedoch mit den Erfahrungen vergleichen, die man durch eigenständiges Tun erlangt. Damit will ich nicht sagen, dass du dich im Vorfeld nicht eingehend informieren sollst, ehe du ein Buch veröffentlichst. Fang damit am besten schon an, wenn du dein Buch schreibst. Informiere dich über das Schreiben im Allgemeinen, über Techniken und Grammatik. Lege dir einen Grammatikzettel an, für Fälle, die du dir nicht merkst und ständig falsch schreibst. Lass dich aber nicht zu sehr verwirren und schreib die Geschichte, die du schreiben willst, veröffentliche sie und lerne aus den Fehlern, die du dabei machst. Diesbezüglich möchte ich dir noch einen Tipp mit auf den Weg geben, der mein Arbeiten gänzlich verändert hat: Hab beim Schreiben immer im Kopf, veröffentlichen zu wollen. Selbst wenn du es letztlich nicht tust, mit dem Gedanken, dein Werk der Welt zu übergeben, wirst du dir mit einem Mal völlig neuen Aspekten gewahr. Deine Herangehensweise wird sich ändern und du wirst die Dinge in einem völlig anderen Maßstab hinterfragen und sie fünfmal ändern, statt dich beim zweiten Mal damit zufriedenzugeben, wovon deine Geschichte und Charaktere profitieren werden. Mir hat diese gedankliche Umstellung einiges gebracht, sodass ich sie gerne mit dir teilen möchte.
Vor einiger Zeit hat mir jemand folgenden Vergleich angetragen: Beim backen von Palatschinken gerät die erste immer farblos und zu fettig, wohingegen die folgenden schön gebräunt und, nun ja, weniger fettig sind. Für mich stellt mein erstes Buch diese erste Palatschinke da, was anderen sicher genauso geht. Obwohl ich sagen muss, dass mir die erste Palatschinke auch sehr gut schmeckt, nur ist sie eben nicht so ansehnlich wie die anderen. Besonders bei Print on Demand besteht jedoch der große Vorteil, jederzeit eine neue Auflage starten zu können, sodass die nächsten verkauften Exemplare bereits den geänderten Text enthalten. Zugegeben, dafür muss natürlich eine Gebühr entrichtet werden, sodass man am besten alles doppelt und dreifach prüft (was auch nicht immer alle Fehler eliminiert oder Plotholes aufdeckt). In der Theorie lässt sich eine Neuauflage aber leicht in die Wege leiten. Dennoch bin ich bestrebt, die gemachten Erfahrungen auf Band 2 und alle folgenden Bücher anzuwenden, denn auch ich kann es mir nicht leisten, mit Geld um mich zu werfen.
Trotz all dem Optimismus für die Zukunft ist die Situation für „Stolze Klinge, Brüchiger Stahl“ nun aber einmal so, wie sie ist, und ich arbeite unermüdlich daran, meine Fehler zu korrigieren. Voraussichtlich wird die Neuauflage Ende des Jahres erhältlich sein. Warum so spät? Weil ich gerne das Cover von Band 2 sowie den Klappentext einfügen will, meine Designerin ist jedoch schwer eingespannt, sodass ich frühestens im November mit ihren Diensten rechnen kann. Doch werde ich dich selbstredend auf dem Laufenden halten und dich darüber informieren, wann SKBS in verbesserter Form erhältlich ist. Natürlich kannst du es auch schon vorher kaufen, für das Leseerlebnis lege ich dir jedoch nahe, bis zur Neuauflage zu warten. Und falls du E-Books bevorzugst, flüstere ich dir hiermit schon einmal zu, dass es wieder eine Aktion geben wird. Allerdings wird das E-Book erst etwas später zu erwerben sein, da es bei Books on Demand (mein Selfpublishing-Anbieter) drei bis vier Wochen dauern kann, ehe das E-Book konfiguriert wurde.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass ich trotz all meinen Fehlern und diesem Rückschlag zuversichtlich in die Zukunft blicke. Ich werde mich davon nicht unterkriegen lassen, weiterschreiben und Bücher veröffentlichen, wobei es mein momentanes Ziel ist, bei einer Messe auszustellen. Noch bin ich weit davon entfernt, irgendwann wirst du mich aber auf einer davon mit einem Stand finden können. Nicht zuletzt bin ich stolz darauf, nicht aufgegeben und weitergemacht zu haben, worüber ich mir die Früchte meiner Arbeit ins Regal stellen konnte, wo sie mich immer daran erinnern, warum ich tue, was ich tue, und weshalb es sich lohnt, weiterzumachen. „Stolze Klinge, Brüchiger Stahl“ ist lediglich der Anfang – meine erste Palatschinke. Mehr werden folgen und ich daran wachsen. Und irgendwann wird jemand sagen: „Ich habe Buch XYZ von Britta gelesen und es hat mir gefallen.“
Damit entlasse ich dich für heute, wobei ich verspreche, zu versuchen, meine Beiträge nicht immer so lang werden zu lassen. Andererseits bin ich ein Vielschreiberling. Wenn du es bis hierher geschafft hast, fühl dich, als hättest du einen Berg erklommen.
Liebe Grüße, vergnügliches Lesen und erfolgreiches Schreiben!
Deine Britta