Nach dem Erguss vom letzten Mal möchte ich heute über etwas leichter Bekömmliches sprechen.
Wenn du mir auf Instagram folgst oder schon einmal meine Webseite besucht hast, hast du womöglich bereits einen Blick auf die beiden Charakterkarten zu „Stolze Klinge, Brüchiger Stahl“ geworfen. Wenn nicht, würde ich mich freuen, wenn du sie dir einmal ansiehst. Bei den beiden abgebildeten Charakteren handelt es sich um die Protagonisten Makaria und Arvid, die mir ganz gut gelungen sind, wenn ich mir selbst auf die Schulter klopfen darf. Obwohl ich aber schon seit meiner Kindheit gerne zeichne und in meiner Jugend kaum etwas anderes getan habe, bin ich bereits vor Jahren an einen Punkt gelangt, an dem sich meine Interessen verschoben haben und das Schreiben zu dem geworden ist, was früher einmal das Zeichnen für mich war. Ich wurde zu einer Gelegenheitszeichnerin, wodurch meine Fähigkeiten verkümmerten und ich mir heute schwertue, etwas Ansehnliches und Zufriedenstellendes zu erschaffen.
Momentan versuche ich, eine Charakterkarte für Band 2 von Schwert und Schild zu erstellen, doch fehlt mir die Übung, was mein eigenes Versäumnis ist, dennoch frustriert es mich, dass ich nichts zustande bringe. Zu oft bin ich jedoch zu müde oder nicht in der Stimmung, um zu zeichnen, priorisiere das Lesen oder möchte mich nicht mit meiner Unfähigkeit auseinandersetzen, worüber ich in einen Teufelskreis gelange, denn ohne Übung kann ich nicht besser werden. Gerne möchte ich dir jedoch eine schöne Illustration präsentieren, wobei ich noch unschlüssig über das Motiv bin. Soll ich eine Szene aus dem Buch darstellen oder ein stimmungsvolles Arrangement von Makaria und Arvid? Eine Szene erfüllt beide Kriterien, obwohl mir, nun, da ich darüber nachdenke, noch eine andere in den Sinn kommt.
Manchmal wünschte ich, ich könnte jemand Professionellen engagieren, wobei ich einigen Künstlern folge, von denen ich gerne eine Illustration zu meinen Geschichten hätte. Abgesehen von der dafür zu entrichtenden Entlohnung, komme ich mir bei solchen Gedanken faul vor, schließlich bin ich mit etwas Übung selbst dazu fähig, etwas zu schaffen, auch wenn meine Illustrationen nicht an die eines professionellen Künstlers heranreichen. Mir bleibt also nichts anderes übrig, als dranzubleiben und zu üben, um dir eine hoffentlich ansehnliche Karte präsentieren zu können.
Folgendes hat zwar nichts mit dem Schreiben oder meinen Büchern zu tun, entfernt könnte man es allerdings doch damit in Zusammenhang stellen. Vor ungefähr drei Monaten haben mein Mann und ich mit dem Laufen angefangen. Da wir beide den ganzen Tag vorm Computer sitzen (ich auch oft mit dem iPad auf dem Sofa, um zu korrigieren, oder über einen Block gebeugt, um zu schreiben), fehlt uns die nötige Bewegung, wobei wir immer wieder sportliche Phasen haben und uns daheim mittels verschiedener Methoden körperlich betätigen. Zuletzt haben wir Fahrradfahren für uns entdeckt und die vergangenen Sommer damit zugebracht.
Nach längerer Phase des Nichtstuns habe ich schließlich beschlossen, Laufen auszuprobieren, und seither laufen wir mehrmals die Woche. Auch hier habe ich ein Ziel, nämlich, beim Seestadt-Lauf die 5 Kilometer zu laufen. Für andere mag das wenig klingen, doch sind wir erstens noch in der Anfangsphase, zweitens ist das Laufen für uns ein Ausgleich, kein Wettkampf. Ich habe nicht vor, einen Marathon zu laufen, sondern fit zu sein. Zudem macht Laufen mehr Spaß, als ich anfänglich erwartet habe. Nicht zuletzt empfinde ich es als gute Methode, um den Kopf freizubekommen, denn der Fokus liegt beim Laufen einzig auf Atmung und Haltung. Obwohl ich mich gerne in der Gegend umsehe, auch wenn der Blick geradeaus gerichtet belassen werden sollte. Doch gibt es immer so viel Interessantes zu sehen.
Das Laufen erwähne ich deswegen, um aufzuzeigen, dass es sich positiv auf deine Arbeit auswirken kann, denn es fungiert als Pause und lässt an dir nagende Gedanken für eine Weile von dir abfallen. Darüber hinaus ist uns schon zweimal ein Reh über den Weg gelaufen. Abenteuer und unerwartete Begegnungen sind also ebenso inkludiert (jedenfalls, wenn man durch die Lobau läuft). Und falls ihr Red Dead Redemption 2 gespielt habt, wisst ihr, dass ein Reh hohe Ehre bedeutet. Für mich war die erste Rehquerung ein Zeichen, von dem ich mir Glück erhofft habe – und tatsächlich habe ich kurz darauf eine Special Edition einer meiner liebsten Buchreihen ergattern können, von der ich nicht erwartet habe, sie zu bekommen. Danke Reh!
Liebe Grüße, vergnügliches Lesen und erfolgreiches Schreiben!
Deine Britta